Copyright ©
www.kiss-kiddsyndrom.de
2006-2010 R. den Besten

3Monatskoliken/Schreikinder

Was sind Dreimonatskoliken?

Der Begriff Dreimonatskoliken beschreibt beim Baby keine konkrete Erkrankung, sondern eher einen Zustand. Babys mit Dreimonatskoliken entwickeln sich gut, leiden aber an häufigen und manchmal exzessiven Schreiattacken. Das Schreien tritt typischer weise abends auf. Es beginnt in den ersten Lebenswochen und endet im Alter von drei bis fünf Monaten, daher der Name "Dreimonatskoliken". Die Babys schreien im Durchschnitt an mindestens drei Tagen die Woche bis zu drei Stunden. Es betrifft 10 - 20 Prozent aller Babys.

Die Ursachen der Dreimonatskoliken sind nicht endgültig geklärt. Eine mögliche Ursache ist die noch nicht vollständig funktionierende Motorik des Magen-Darm-Trakts. Die Kleinen können die Nahrung noch nicht richtig gut verdauen. Als Folge davon bekommen sie Blähungen und Leibschmerzen.
Säuglinge, die besonders viel und hastig trinken, sind auffällig oft betroffen. Sie schlucken während der Mahlzeiten sehr viel Luft. Funktioniert dann das rechtzeitige Aufstoßen nicht, was bei vielen Säuglingen der Fall ist, bläht die Luft das Bäuchlein auf und verursacht Schmerzen.
Immer wieder wird die Unverträglichkeit von Kuhmilcheiweiß für die Bauchkrämpfe verantwortlich gemacht. Es gibt diese Unverträglichkeit zwar, sie ist jedoch wohl nur selten für die Koliken verantwortlich.
Nach der heutigen Theorie geht man eher davon aus, das die Schreiattacken Ausdruck einer Regulationsstörung zwischen dem Nervensystem des Darms, den Emotionen und dem Verhalten des Babys sind. Die Bauchkrämpfe sind wohl eher eine Folge davon und nicht die Ursache.
Bezeichnenderweise treten die Schreiattacken oftmals erst am Nachmittag oder am Abend auf. Um diese Zeit ist das Kind meist schon lange Zeit wach und hat sich intensiv mit seiner Umgebung auseinander gesetzt. Die Kleinen haben dann nur noch wenige Reserven, um auf Belastungen jeglicher Art gelassen zu reagieren. Schreien ist dann bei Kindern in diesem Alter oftmals die einzige Möglichkeit, Belastendes loszuwerden. Die Schreikinder sind oft schreckhaft und verspannt, sie schlafen weniger als andere und sind ihrer Umgebung gegenüber sehr aufmerksam. Wenn sie älter geworden sind, können sie diese Spannungen dann auf andere Weise, wie zum Beispiel durch heftiges Strampeln, abreagieren. Die Schreianfälle verschwinden.

Was sind die Anzeichen für Dreimonatskoliken?

  • Es sind gut gedeihende und gesund aussehende Babys betroffen.
  • Sie treten nur in den ersten 3 bis 5 Lebensmonaten auf.
  • Das Schreien ist oftmals schrill und kaum zu unterbrechen.
  • Die Kinder haben dabei häufige Blähungen mit vorgewölbtem Bauch und Abgang von Winden. Sie ziehen immer wieder die Beine an und ballen die Fäuste.
  • Die Attacken können zu jeder Tages- oder Nachtzeit auftreten. Gehäuft kommen sie in den späteren Nachmittags und Abendstunden vor.

Schreikinder

Wie der Name schon sagt schreien diese Babys sehr viel und lassen sich nur schwer (oder nicht) beruhigen. Die Schreiattacken treten besonders abends und nachts auf und halten meist einige Stunden an. Erfahrungsgemäß klingen diese Schreiphasen bis zum 3. Lebensmonat ab und auch die begleitenden Blähungen verschwinden. Doch wo ist die Grenze zwischen normaler Anpassung an das Leben außerhalb der Gebärmutter und vielleicht anderweitigen Gesundheitsstörungen? In der Medizin geht man von einer natürlichen bzw. normalen täglichen Schreidauer von weniger als 3 Stunden aus. Schreit ein Kind mehr als 3 Stunden am Tag und das über mehr als 3 Tage hintereinander wählt man die Bezeichnung Schreikind.

Angesichts schreiender Babys und verzweifelter Eltern ist ein Manual medizinischer Behandlungsansatz gerechtfertigt. Anfangs berichteten die Eltern bei der Kontrolluntersuchung ihres Kindes ganz nebenbei, das "...übrigens schon wenige Tage nach der Therapie auch die Schreiattacken verschwanden". So zeigte sich im Laufe der Jahre, das bei entsprechender Diagnostik mehr als 60 % dieser Babys durch Manualtherapie geholfen werden konnte.